Geschichte


Das Dersdorfer Tambourcorps wurde 1946 “aus der Not heraus” gegründet, da es der damals noch bestehende Dersdorfer Junggesellenverein vermeiden wollte, für die eigenen Feste und Aktivitäten jeweils ortsfremde Musikvereine zu verpflichten.

TC1949Waren es anfangs die Feste im eigenen Ort, die musikalisch begleitet wurden, kamen schnell auch Anfragen aus der Umgebung, so dass man die musikalischen Aktivitäten in kurzer Zeit auf die Begleitung von Karnevalszügen, Junggesellen- und Schützenfeste auch in den Nachbarorten ausdehnte. Und es war eine schöne Zeit – die gute alte Zeit. Insbesondere auch nach den Auftritten blieb man des öfteren zusammen und die Geselligkeit wurde groß geschrieben.

TC-Bild aus 60iger JahrenIm Mai 1972 wurde dann alles anders. Es wurden Kontakte zur großen Bonner Karnevalsgesellschaft “Vaterstädtischer Verein, Ehrengarde der Stadt Bonn” geknüpft und wir bildeten gemeinsam mit den Roisdorfer Musikfreunden ab der Karnevalssession 1973 das “Stabsmusikcorps der Ehrengarde”. Diese Verbindung zur Bonner Ehrengarde hat bis heute gehalten und unser Corps entscheidend mit geprägt. Seit 2000 bilden wir mit dem Bläsercorps der “Bergklänge Heisterbacherrott” das Stabsmusikcorps der Ehrengarde der Stadt Bonn.

Gleich im ersten Jahr führte uns diese Verbindung mit unserem ersten Auftritt für die Ehrengarde 1973 in die Berliner Deutschlandhalle. Das war schon etwas Tolles – etwas Großartiges. Wir, die wir bisher nur im eigenen Ort und der näheren Umgebung des Vorgebirges aufgetreten waren, marschierten nach einer langen Busfahrt und starren Zollformalitäten mit dem “Military-Escort-Marsch” in die Arena der vollbesetzten Deutschlandhalle ein. “Lampenfieber pur – aber Klasse !!!” Natürlich führte uns diese Fahrt auch nach Ostberlin.

Und das war erst der Anfang – denn es folgten unzählige schöne Fahrten mit der Ehrengarde unter anderem nach Berchtesgaden und Salzburg, nach Wien, Oxford bei London, Bremen, Mainz, Würzburg, Straßburg, Gotha und, und, und …Nicht zu vergessen die Auftritte in den umliegenden Metropolen: an erster Stelle natürlich Bonn (die Beethovenhalle und auch das Beueler Brückenforum wurden in der Karnevalszeit fast unser zweites Zuhause), aber auch Köln, Düsseldorf, Opladen, Leverkusen, Stolberg und Aachen usw. . Die Auftritte bei diesen Fahrten ist die eine Sache – aber die Geselligkeit eine andere. Wir hatten und haben eine Menge Spaß und werden damit für die manchmal nervenaufreibenden Proben (“vun nix kütt nix!”) belohnt.

Unser Repertoire und natürlich auch unser musikalisches Können erweiterte sich in dieser Zeit ständig. Einen großen Anteil daran hatten auch die zahlreichen Ausbilder unseres Corps. Es begann 1972 mit Franz Hopfinger, einem eingefleischten Musikliebhaber vom Stabsmusikcorps der Bundeswehr. Er brachte uns nicht nur zackige Marschmeldodien bei, sondern auch verschiedende Konzertstücke, die das Publikum seinerzeit vielfach begeisterten, als da wären “Die große Nummer” mit dem Schneewalzer und dem abschließenden Rock´n Roll, das rassige Funiculi, aber auch Auszüge aus dem Musical “My fair Lady”. Aufgrund des sich ständig wechselenden Repertoires sind diese Stücke jedoch heute wieder in den Hintergrund gerückt.

Nach seinem Tod folgten unter anderem Benno Kleber aus Brühl-Vochem sowie Peter Schmitz aus Köln-Porz. Im Jahre 1996 hatten wir das Glück, Hermann Lorscheid aus Elsdorf kennen zu lernen. Er übernahm die Ausbildung in unserem Corps und setzte eine ganze Menge von Highlights. Ihm zur Seite standen für die Trommler, Becken und Pauken anfangs Markus Klütsch aus Dersdorf und später Wolfgang Möller aus Remagen. Unterstützt wurden sie bis heute von weiteren Aktiven aus unseren Reihen. Im Jahre 2018 konnten wir Fabian Renz als Trommelausbilder gewinnen. Er hat in seiner Heimatstadt Much ein eigenes Drumstudio und unterstützt unseren Verein circa alle drei Wochen bei unseren Proben. Sie alle prägten unser Corps zu dem, was wir heute sind. Einen Verein, den man immer wieder gerne hört und der seinem Vereinsziel immer treu geblieben ist.

In der Mitgliederversammlung vom 23.06.1998 wurde beschlossen, dass sich das Tambourcoprs Dersdorf in das Vereinsregister eintragen lässt. Der Eintrag in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bonn erfolgte am 3.08.1998 und das Tambourcorps Dersdorf ist bis heute ein eingetragener Verein (e.V.) .

Im Jahre 2001 wurde zusammen mit unseren damaligen Ausbildern Hermann Lorscheid und Markus Klütsch ein Konzert veranstaltet. Hierzu wurde zusammen mit unseren jugendlichen ein Probenwochenende in der Eifel unternommen. Dort lernten wir neue Konzertstücke und auch einige Märsche, die wir bis heute auch in Festumzügen spielen. Das Konzert im Saal der Bornheimer Kaiserhalle war ein voller Erfolg.

Zehn Jahre Später, im Jahre 2011, folgte ein weiteres Konzert unter der Leitung von Markus Klütsch. Dieses hatten wir gemeinsam mit dem Tambourcorps “Rheinperle” aus Sechtem in der Rheinhalle in Hersel veranstaltet. Hierfür wurden gemeinschaftliche Proben durchgeführt. Einige Musikstücke haben beide Vereine bis heute in Ihrem Musikrepertoire.

Im Mai 2015 folgte ein ganz besonderes Highlight: Eine Schiffstaufe in der Emder Werft – und zwar nicht irgendein Kreuzfahrtschiff, sondern ein Schiff der deutschen Marine – den Einsatzgruppenversorger BONN. Wir fuhren zusammen mit der Bonner Ehrengarde und den Bergklängen aus Heisterbacherrott zu diesem einmaligen Erlebnis zur Emder Werft und waren bei der Schiffstaufe in Uniform dabei. 2013 folgte dann die Indienststellung der BONN im Marinestützpunkt Wilhelmshaven – ebenfalls in Uniform der Ehrengarde. Ein unvergessliches Erlebnis für alle, die dabei waren. Die Patenschaft zum Schiff und die Freundschaft zu einigen Mannschaftsmitgliedern besteht bis heute. Auch hier kann man sagen – Dersdorf war wiedermal in der ersten Reihe dabei!

Foto: StBtsm Björn Wilke

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